Als vor 25 Jahren in einem Schulungsraum in Olten die ersten Teilnehmenden zum allerersten SVEB-Zertifikats-Lehrgang begrüsst wurden, wusste niemand, wohin diese Reise führen würde. Es waren damals gerade einmal zwölf Personen, die an diesem Morgen Platz nahmen – neugierig, etwas aufgeregt und voller Tatendrang. Nun durfte die Lernwerkstatt Olten (LWO) in Olten die 100. Lehrgangsgruppe begrüssen.

In der Schweiz sprach man vor einem Vierteljahrhundert noch kaum über den Fachkräftemangel. Der Begriff «digitale Transformation» war noch nicht in aller Munde und viele Unternehmen hatten keine zukunftsgerichtete oder gar nachhaltigen Weiterbildungsstrukturen. Doch schon damals war klar: Menschen wollten lernen. Und Menschen wollten auch lernen, wie man Lernen ermöglicht.

25 Jahre ist es also her, seit sich bei der LWO die ersten Teilnehmenden zum allerersten SVEB Zertifikats-Lehrgang trafen. Ein Vierteljahrhundert später startet in Olten wieder eine Gruppe einen SVEB-Lehrgang. Aber diesmal ist die Dimension eine andere: Es ist der 100. Lehrgang bei der LWO. Ein Meilenstein, der sich nicht in Zahlen erklären lässt, sondern in Geschichten. Und zwar von Menschen, die sich beruflich neu ausgerichtet haben. Von Fachpersonen, die plötzlich verstanden: «Ich kann mein Wissen weitergeben – und zwar so, dass andere wirklich davon profitieren.» Damit einhergehend: Unternehmen, die ihre interne Weiterbildung professionalisierten. Und natürlich festigte sich der Trend, dass Kursleitende dank der SVEB-Weiterbildung mit Erfahrung und Leidenschaft Lernräume geschaffen haben, die weit über Methodik und Didaktik hinausgehen.

Um diesen Moment zu feiern, luden Lehrgangsverantwortliche Beatrice Kaufmann und Lernwerkstatt-Co-CEO Daniel Herzog die neuen Teilnehmenden zu einem Znüni ein. Denn was mit einem Standort begann, ist heute ein Netzwerk: 30 Standorte in der gesamten Deutschschweiz. Was als einzelne Pionierklasse startete, wurde zu über 900 Lehrgängen, die bis heute durchgeführt wurden. Aus den zwölf Teilnehmenden des Jahres 2000 wurden mehr als 13’500 Menschen, die dank der SVEB-Lehrgänge bei der LWO ihren Weg ins professionelle Ausbilden schafften. Fakt ist also: Wer sich auf den Weiterbildungsbereich spezialisieren möchte, kommt um das SVEB-Zertifikat Ausbilder/in nicht herum.

Die Anzahl Teilnehmender erzählt also nur die halbe Geschichte. Denn hinter jedem Lehrgang stehen Menschen, die diese Entwicklung tragen: Über 100 Kursleitende, die ihr Fachwissen weitergeben und gleichzeitig Menschen sowie nachhaltige Unterrichtsformen entwickeln. Und dahinter stehen zudem über 20 Mitarbeitende und Lernende in der Geschäftsstelle in Olten, die organisieren, beraten, koordinieren, lösen, anpacken – und damit den Motor am Laufen halten.

Dass das Bedürfnis nach Professionalität in der Erwachsenenbildung ungebrochen ist, zeigt ein weiterer Blick in die Zukunft: Weiterbildung ist nicht nur ein Trend, sondern ein elementarer Bestandteil einer Arbeitswelt, die sich rasanter denn je verändert.

Das SVEB-Zertifikat Ausbilder/in hat sich in all diesen Jahren zu einem veritablen Türöffner entwickelt für neue Tätigkeiten, für Führungsaufgaben, für Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger, für Menschen, die ihre Expertise weitergeben möchten und dafür das passende methodisch-didaktische Fundament brauchen. Der SVEB-Lehrgang befähigt Menschen, Wissen so weiterzugeben, dass es bei anderen ankommt – nachhaltig, verständlich, wirksam.

Und wer einmal in einen SVEB-Lehrgang hineinschaut, versteht schnell, warum dieses Zertifikat nachhaltig ist. Es ist nicht bloss ein Kurs. Es wirkt wie ein  Perspektivenwechsel. Wissen wird nicht nur einfach vermittelt. Beim Praxisinput passiert nämlich etwas, das sich schwer messen lässt: Man merkt, dass man  Menschen begleiten, Lernprozesse gestalten, Veränderung ermöglichen kann. Der Lehrgang bündelt zudem Erfahrung, Motivation und die eigene Persönlichkeit. Und genau deshalb ist der SVEB-Lehrgang zu einem Herzstück der Schweizer Erwachsenenbildung geworden. Er verändert Karrierewege,
Teamkulturen, Lehrlandschaften – und nicht selten auch das eigene Selbstbild.

Fazit: Was vor 25 Jahren mit einem Lehrgang begann, ist heute ein Stück Schweizer Weiterbildungsgeschichte. Und jetzt heisst die Devise: «Auf die nächsten 100 Lehrgänge in Olten und auf die nächsten 13’500 Menschen in der ganzen Deutschschweiz.»

Lernwerkstatt Co-CEO Daniel Her zog begrüsste die Teilnehmenden mit einem Rückblick auf den ersten SVEB Lehrgang vor 25 Jahren.

Lernwerkstatt Co-CEO Daniel Herzog begrüsste die Teilnehmenden mit einem Rückblick auf den ersten SVEB Lehrgang vor 25 Jahren.

SVEB-Zertifikat – zwei Richtungen

Das SVEB-Zertifikat befähigt Ausbildende dazu, Lernveranstaltungen und -begleitungen kompetent zu gestalten. Die Grundvoraussetzung ist die Freude am Lehren, Lernen und Begleiten. Dabei stehen zwei Varianten zur Auswahl:

SVEB-Zertifikat Ausbilder/in – Durchführung von Lernveranstaltungen:
Diese Variante ist für Ausbildende gedacht, die vor allem Gruppen unterrichten möchten (früher: SVEB Kursleiter/in). Sie planen, organisieren und führen Seminare, Kurse oder Lehrgänge. Sie sind meistens in Ausbildungs- und Personalabteilungen von Firmen, Verbänden oder Schulen der Erwachsenenbildung tätig.

SVEB-Zertifikat Ausbilder/in – Einzelbegleitung:
Diese Variante richtet sich an Ausbildende, die vor allem Einzelpersonen betreuen möchten (früher: SVEB Praxisausbilder/in). Sie befähigen Lernende, Studierende und Mitarbeitenden in der beruflichen Praxis. Oft sind sie als Berufsbildner/innen in Ausbildungs- und Personalabteilungen von Firmen und Organisationen tätig.