Die Erwachsenenbildung gehört längst zu den tragenden Pfeilern des Schweizer Bildungssystems und wird schon längst nicht mehr «nur» als ergänzende Weiterbildung verstanden. Für viele Berufsleute, Unternehmen und Institutionen sind die Weiterbildungen für Berufsleute zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor geworden. Die aktuelle Statistik des SVEB untermalt dies ganz deutlich.
Die aktuelle Statistik 2025 des Schweizerischen Verbands für Weiterbildung SVEB zeigt, dass in der Schweiz inzwischen schon über 73’000 Personen über ein SVEB-Zertifikat und mehr als 15’000 Bildungsfachleute über den eidgenössischen Fachausweis Ausbilder/in verfügen. Diese Zahlen dokumentieren einen tiefgreifenden Wandel in der Arbeitswelt und in der Gesellschaft. Wissen verändert sich schneller denn je, berufliche Anforderungen entwickeln sich permanent weiter und Unternehmen stehen unter zunehmendem Innovations- und Transformationsdruck. Damit wächst auch die Bedeutung gut geschulter und den zeitgemässen Anforderungen gewachsenen Ausbildenden, Coaches, Lernbegleiter/innen und Fachpersonen in der Erwachsenenbildung.
Individualisierte Erwachsenenbildung
Ein Trend fällt besonders auf: Erwachsenenbildung wird immer stärker individualisiert. Der klassische Frontalunterricht ist zwar noch erwünscht – besonders für den direkten Austausch von Fachwissen und Erfahrungen. Aber Lernbegleitung, Coaching, Peer-Learning und praxisorientierte Kompetenzentwicklung gewinnen an Bedeutung. Auch dies spiegelt sich im heutigen Aufbau der SVEB-Qualifikationen wider. Die Ausbildungsmöglichkeiten reichen inzwischen vom SVEB Zertifikat für den Gruppenunterricht über das SVEB-Zertifikat für Einzelbegleitungen bis hin zu spezialisierten Vertiefungsmodulen für Online-Lernangebote, Qualifikationsverfahren oder Gruppenprozesse.
Hinzu kommt ein gesellschaftlicher Wandel. Berufliche Laufbahnen verlaufen heute deutlich flexibler als früher. Viele Menschen wechseln mehrfach ihre Funktion, Branche oder Spezialisierung. Lebenslanges Lernen ist dadurch nicht mehr bloss ein Schlagwort, sondern eine konkrete Realität geworden. Weiterbildung entwickelt sich zunehmend zu einer dauerhaften beruflichen Begleiterin über sämtliche Karrierephasen hinweg.
Unternehmen investieren somit auch verstärkt in interne Schulungen, Lernkultur und Kompetenzentwicklung. Gleichzeitig wächst auch hier der Bedarf an qualifizierten Fachpersonen, die Lernprozesse professionell begleiten können.
Anforderungen an moderne Bildungsfachpersonen
Der Blick in die Zukunft deutet sogar auf weiteres Wachstum hin. Themen wie künstliche Intelligenz, digitale Transformation, Fachkräftemangel und permanente Veränderungsprozesse erhöhen den Bedarf an professioneller Weiterbildung zusätzlich. Gerade in einer Zeit, in der Wissen immer schneller verfügbar wird, wächst paradoxerweise die Bedeutung guter Bildungsfachpersonen. Denn Informationen allein schaffen noch keine Kompetenz. Entscheidend bleibt die Fähigkeit, Menschen professionell zu begleiten, Lernprozesse sinnvoll zu strukturieren und nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen.
Auch Bildungsanbieter entwickeln ihre Angebote laufend weiter. Die Anforderungen an moderne Bildungsfachpersonen verändern sich kontinuierlich. Neben Fachwissen gewinnen Kommunikationsfähigkeit, Coaching-Kompetenzen, digitale Methodenkompetenz und die Fähigkeit zur Gestaltung nachhaltiger Lernprozesse an Bedeutung. Die Erwachsenenbildung steht deshalb vor einer spannenden Zukunft: Die technologische Entwicklung ersetzt gute Bildungsfachpersonen nicht – sie macht sie sogar noch wichtiger. Denn je komplexer Informationen und Arbeitswelten werden, desto entscheidender wird die Fähigkeit, Menschen professionell zu begleiten, Wissen verständlich zu vermitteln und Lernprozesse sinn voll zu gestalten.
Statistik mit Aussagekraft
Bereits die SVEB Statistiken der letzten fünf bis zehn Jahre zeigten eine kontinuierliche Zunahme der Abschlüsse. Ende 2023 verfügten schweizweit rund 66’600 Personen über ein SVEB-Zertifikat, zwei Jahre später sind es bereits über 73’000. Das zeigt deutlich: Erwachsenenbildung ist kein kurzfristiger Trend, sondern ein nachhaltiger Wachstumsbereich. Lernen endet heute nicht mehr mit einem Berufsabschluss oder Studium. Die klassische Vorstellung eines einmal erlernten Berufs für das gesamte Erwerbsleben ist nicht mehr sakrosankt. Stattdessen entstehen flexible Berufsbiografien mit Weiterbildungen, Spezialisierungen und Neuorientierungen in unterschiedlichen Lebensphasen. Erwachsenenbildung wird damit auch zu einem Instrument für berufliche Mobilität und persönliche Entwicklung.
Der SVEB bedient diese Entwicklungen seit Jahren mit einem praxisnahen und modular aufgebauten Bildungssystem. Das sogenannte AdA-Baukastensystem ermöglicht unterschiedliche Bildungswege – vom Einstieg mit dem SVEB-Zertifikat bis hin zum eidgenössischen Diplom Ausbildungsleiter/in. Die aktuellen Zahlen des SVEB zeigen auch eine neue strategische Bedeutung für den Schweizer Arbeitsmarkt. Das AdA-Baukastensystem etabliert sich dabei zunehmend zu einem wichtigen Qualitätsstandard in der Weiterbildung. Fazit: Das System ist in der Schweizer Bildungslandschaft breit akzeptiert und etabliert.

Der AdA-Baukasten (Ausbildung der Ausbildenden): Das 14 Tage umfassende SVEB-Zertifikat Ausbilder/in bildet die Basis für eine Tätigkeit in der Erwachsenenbildung. Darauf aufbauend führen fünf weitere Module im Umfang von total 25 Tagen zum Abschluss «Ausbilder/in mit eidg. Fachausweis».